Schon vor dem 2. Weltkrieg bestand in Buenos Aires ein Deutschlehrer-Verband. Dieser löste sich auf, als durch die Kriegsgeschehnisse die deutschen Schulen beschlagnahmt wurden. Als zu Beginn der 50er Jahre Argentinien die diplomatischen Beziehungen zu der bundesrepublik Deutschland wieder aufnahm, wagten sich die ersten Schulen mit deutschsprachigem Unterricht den Neubeginn, viele zunächst in gemieteten oder neu erworbenen Räumen, viele in der Hoffnung, dass sie mit zunehmender Normalisierung der verhältnisse eines Tages wieder in ihre noch beschlagnahmten Schulgebäude würden zurückkehren können.
1957 waren fast alle Schulen, die sich später zur Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schulen in Argentinien zusammenschlossen, wieder voll im Einsatz. Im Deutschsprachigen Unterricht wurden zunächst argentinische Primarlehrerinnen (maestras normales) aus ansässigen deutsch-argentinischen Familien, die noch gut Deutsch sprachen, eingesetzt. Daneben unterrichteten einige in Deutschland ausgebildete, hier lebende Lehrerinnen. Aufgrund des großen Bedarfs an Lehrkräften stellten die Schulen außerdem eine große Anzahl nicht ausgebildeter, in der Nachkriegszeit aus Deutschland eingewandeter "Hausfrauen" ein, die Lust und Begabung zum Lehrberuf zeigten. Dies war insofern möglich, als der deutschsprachige Unterricht neben dem vollen argentinischen Schulprogramm in Form einer zusätzlichen Akademie am Nachmittag erteilt wurde und somit nicht den Vorschriften der argentinischen Schulbehörde unterstand. Nach und nach trafen dann auch die ersten sogenannten "Entsandtlehrer" des Bundesverwaltungsamtes (BVA) aus der Bundesrepublik Deutschland ein.
Anlässlich einer Einladung in die Botschaft lernten sich die Kolleginnen und Kollegen untereinander kennen. Die Neugründung eines Deutschlehrerverbandes wurde Gegenstand einer lebhaften Pro und Contra-Diskussion. Dr. Walther Mühlemann, der Gründer und damalige Leiter der Schweizer Schule, beschäftigte sich in der darauf folgenden Zeit intensiv mit dem Verbandsgedanken. Er warb persönlich unter den Kolleginnen und Kollegen für seine Idee. Während des 2. Halbjahres 1957 brachte er eine Gruppe Gelichgesinnter zusammen, die sich mit dem Projekt "Lehrerverband" eingehend beschäftigte, Aufgaben definierte und Statuten entwarf.
Am 9. Mai 1958 wurde schließlich der VDLA - "Verband deutscher Lehrer in Argentinien" gegründet, später auf Vorschlag der hier geborenen Mitglieder mit argentinischer Staatsangehörigkeit unbenannt in "Verband deutschsprachiger Lehrer in Argentinien". Seine Aufgaben sah der neugegründete Verband in der Herstellung persönlicher Kontakte, in der Wahrung der Berufsinteressen der an deutsch-argentinischen Schulen Deutsch unterrichtenden Kollegen und ihre Fortbildung.
Es wies sich jedoch sehr bald als unbedingt notwendig, nicht nur Möglichkeiten zur Fortbildung, sondern mit Nachdruck auch zur Ausbildung zu schaffen. Deutschsprachigkeit allein genügte auf die Dauer nicht für eine qualifizierte lehrtätigkeit in dem damals noch rein muttersprachlichen und mehrere Fächer umfassenden Unterricht auf Deutsch. Zudem musste bei dem ständig steigenden Bedarf für Nachwuchs gesorgt werden. Der Verband erhielt die Genehmigung der Auslandsschulbehörde, eine Ausbildung zur "Lehrbefähigung an deutschen Auslandsschulen" durchzuführen. Sie umfasste drei Jahre und wurde als Abendseminar viermal wöchentlich von 18 bis 22 Uhr in den Räumen der Goethe-Schule in Belgrano durchgeführt. Der Abschluss als solcher war in argentinien nicht staatlich anerkannt, genügte jedoch für den Unterricht an den bereits oben erwähnten zusätzlichen "Akademien". Vom BVA vermittelte Kollegen konnten als Dozenten gewonnen werden.
Die heutige Ehrenvorsitzende des VDLDA, Frau Dr. A. Grimm, leitete die geschicke des Verbands bis 1978 mit großer Umsicht und Tatkraft. Anfang der 70er Jahre übernahm die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schulen die Trägerschaft des von der bundesrepublik finanzierten Deutschen Pädagogischen Seminar (DPS). Dieses bildete in einem Gebäude der Goethe-Schule in Martínez nach neuem Konzept staatlich anerkannte bilinguale Primarlehrer- und Kindergärtnerinnen aus. Der Verband beteiligte sich durch seinen sitz im Kuratorium noch mehrere Jahre am DPS, beschränkte sich jedoch im wesentlichen auf seine ursprünglichen Aufgaben:
¨ persönliche Kontakte herzustellen und zu pflegen, wobei diese sich inzwischen auf Kollegen der angrenzenden Länder ausdehnten,
¨ für Fortbildung zu sorgen, vielfach in Zusammenarbeit mit dem DPS, vor allem auf der alljährlichen Fortbildungstagung im Schullandheim Verónica, die die Kollegen aus dem Großraum Buenos Aires, aus dem Landesinneren und den angrenzenden Ländern Chile, Uruguay und Paraguay zusammenführt,
¨ die LehrerInnen in Gehalts- und Pensionierungsfragen zu beraten und gegenüber den Schulvorständen in der Arbeitsgemeinschaft zu vertreten,
¨ darüber hinaus in arbeitsrechtlichen Fragen den Kollegen eine unentgeltliche Erstberatung durch einen Rechtsanwalt zu bieten,
¨ einen bescheidenen Sozialfonds für unverschuldete Notlagen bereitzustellen und
¨ alljährlich ein Mitteilungsblatt für die Mitglieder herauszugeben.
In den 12 Jahren der Neuorientierung, von 1979 bis 1991, war Barbara Lagemann Erste Vorsitzende des Verbandes. Während dieser Zeit, in der die großen Schulen zu "Begegnungsschulen" erklärt wurden, gewann der Unterricht für "Deutsch als Fremdsprache" zunehmend an Bedeutung. Die DaF-Lehrer wurden in den Namen des Verbandes aufgenommen: "Verband der deutschsprachigen Lehrer und DaF-Lehrer in Argentinien" abgekürzt VDLDA.
1991 übernahm Matilde Obermüller die Leitung des Verbandes. In ihre Amtszeit fiel der Zusammenschluss mit dem Goethe-Institut, der sich nach der Auflösung des Deutschen Pädagogischen Seminars 1997 als durchaus fruchtbar erwiesen hat, ferner der Beitritt zum Internationalen Deutschlehrerverband (IDV) und - in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und dem IDV - die Durchführung von drei Deutschlehrerkongressen in Argentinien. Vertreter des Verbandes nahmen an diversen internationalen Kongressen des IDV im Ausland teil. In Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Verbindungsarbeit des Goethe-Instituts werden jährlich zwei Ausgaben der Zeitschrift "INFO-DaF in Argentinien" durch ein gemeinsames Redaktionsteam herausgegeben. Auf der Hauptversammlung im Juni 1999 legte Matilde Obermüller nach acht verdienstvollen Jahren ihr Amt nieder. Als ihre Nachfolgerin wurde Margarita Stecher gewählt.
Der Kreis der Mitglieder erweiterte sich in den Jahren 1991-94 durch die Aufnahme der Lehrer des Goethe-Instituts und der von ihm betreuten Kulturinstitute im Landesinneren. Auch die Anzahl der sogenannten Einzelmitglieder, die im Großraum Buenos Aires und im Landesinneren Privatunterricht geben, erhöhte sich in den 90er Jahren beträchtlich. Zur Zeit sind es über 500 Mitglieder.
Aus einem kleinen Zusammenschluss Deutsch unterrichtender Lehrer in argentinisch-deutschen Schulen ist ein umfassender Verband geworden, der allen im Deutsunterricht Stehenden, den Schul- und Institutslehrern, den Germanisten an den Universitäten und den privat Unterrichtenden offensteht.